Fotorückblick auf sechs Monate entlang der brasilianischen Küste
Nach diversen kleineren und größeren Pannen, die uns auf unserem Weg entlang der brasilianischen Küste heimgesucht haben, ist die Chronologie unseres Blogs doch etwas durcheinander geraten … Deshalb bombardieren wir euch jetzt einfach mit ganz vielen Fotos, die zwischen Salvador und Florianopolis entstanden sind.
Von Salvador nach Vitoria im Bundesstaat Espirito Santo
Ein Buckelwal – trotz Kamera auf Dauerfeuer, war die Auswahl an brauchbaren Fotos enttäuschend 🙂 Kurz hinter Salvador fingen wir an Buckelwale zu sichten. Am Anfang nur vereinzelt in ziemlicher Entfernung, in den folgenden Tagen wurden es immer mehr Tiere, die teilweise bedenklich nah ans Boot kamen. So unglaublich das Erlebnis ist, ab und zu war uns doch mulmig, wenn so ein tonnenschweres Tier kurz vor unserem Bug aus dem Wasser schoss. Wie wir später erfuhren kommen die Wale zu dieser Jahreszeit aus dem kalten Süden, um in den hiesigen, warmen Gewässern ihre Jungen zu bekommen und immer wieder kommt es leider auch zu Zusammenstößen mit Booten …
In Vitoria kamen wir im örtlichen Segelclub unter – sehr nobel, mit eigenem Strand, Pool und Sauna, für sieben Euro pro Nase. Eduardo und Mauricio, die mit einer Regatta auf dem Weg nach Norden waren, luden uns zum grillen ein. Beim brasilianischen churrasco gab‘s hervorragendes Rindfleisch in rauen Mengen – unser mitgebrachter Salat fand allerdings wenige Abnehmer …
Auf den Weg nach Rio – Übernachtungsstopp an der Naturschutzinsel „Ilha de Santana“
Götz neuer, bester Freund – der Weißbauchtölpel
Erster Blick auf Rio de Janeiro im August 2024. Zu diesem Zeitpunkt dachten wir noch, der Zuckerhut im Dunst wird das Einzige sein was wir von der Stadt sehen werden. Denn eigentlich waren wir auf dem schnellsten Weg nach Buenos Aires, wo wir im September mit Jana verabredet waren. Als wir allerdings am nächsten Morgen unseren Anker in einer traumhaften Bucht der Ilha Grande (ca. 80 nm westlich von Rio) warfen, geriet unser Entschluss ins wanken. Wollen wir hier wirklich einfach vorbeifahren? Nö. Also leiteten wir Jana kurzer Hand nach Rio um (blöderweise mit einem Umweg über Buenos Aires, denn der Flug war schon gebucht …).
Rio de Janeiro
In Rio machten wir im wohlhabenden Stadtteil Urca, direkt unterm Zuckerhut fest! Hier gibt es kostenlose Mooringstonnen für Gäste. Der Ort ist auch ein Refugium für einige Einheimische, die der Wohnungsknappheit und den teuren Mieten der Stadt entflohen sind und hier auf ihren Booten leben. Giovanni, der hier auch auf einem Boot lebt, kümmert sich um die Anlage, versorgt die Leute mit Frischwasser und bietet allerlei Services an, mit den er sein Geld verdient. Am Wochenende gibt es immer ein großes Feijoada-Essen (die beste, die wir in Brasilien gegessen haben) und reichlich Caipirinha.Wanderweg unterhalb des Zuckerhuts – im brasilianischen eigentlich Zuckerbrot (Pão de Açúcar)Bevor wir mit Jana Richtung Ilha Grande aufbrachen, haben wir uns natürlich auch ein bisschen in Rio umgesehen. Aber, um ehrlich zu sein, waren wir in dieser Zeit etwas überfordert mit dem Großstadtleben …
Die Ilha Grande und die Bucht gleichen Namens mit hunderten weiteren Inseln ist eine traumhaft schöne Gegend und zählt definitiv zu unseren Favoriten. Hier hätten wir uns gut und gerne ein halbes Jahr Zeit lassen können, um jeden Winkel zu erkunden. Für jede Windrichtung findet man ein geschütztes Plätzchen zum ankern und das Trinkwasser kommt direkt aus den Bergen an den Strand. Das Innere der Ilha Grande ist, bis auf ein paar Wanderwege und eine Straße, kaum erschlossen und jeder Weg muss mit dem Boot erledigt werden. Abends, wenn die Tagestouristen weg sind, herrscht in den meisten Buchten himmlische Ruhe.
In Abraão, dem einzigen größeren Ort der Insel, ist auch im Winter ziemlich viel los. Hier reiht sich eine Pension an die andere. Regentage gibt es einige in der Gegend. Hier haben wir mal unser gesammeltes Strandgut geplündert und Geschmeide gebastelt.
Paraty Nachdem wir mit Jana zurück nach Rio gefahren und sie verabschiedet haben, machten wir uns endgültig auf den Weg nach Süden. Aber nicht ohne einen weiteren Stopp, diesmal am westlichen Ende der Baìa da Ilha Grande, im Städtchen Paraty. Die Altstadt ist Weltkulturerbe und auch wirklich sehr schön. Leider teilt sie das Los vieler dieser Orte – das normale Leben wurde verdrängt und mit Restaurants und Souvenirläden ersetzt …
Das Kopfsteinpflaster in Paraty hat Götz noch in seinen Alpträumen verfolgt.Geankert haben wir gegenüber von Paraty, am sogenannten Vagabond Beach. Hier haben sich (hängengebliebene) Langfahrtsegler einen netten Ort gezimmert. Mit Hängematte und Grillplatz. Dank dem Quellwasser aus den Bergen gibt’s neben dem Wasserhahn sogar ein Dusche! Deutsche Wertarbeit! Bei den Kokoswasserverkäufern am Straßenrand, sah das irgendwie immer cooler aus.
Florianopolis
Auf dem Weg nach Florianopolis, ankerten wir noch eine Nacht vor der Ilha de Bom Abrigo (Insel des guten Schutzes – naja). Auf der Insel gibt es einen Leuchtturm und einen Stützpunkt der brasilianischen Marine. Besetzt mit einem Mann – geschätzt jenseits der siebzig. Er wohnt in der Hütte auf dem Foto, wäscht sich mit dem Eiskalten Quellwasser am Strand und wird von den Fischern, die hier ankern, versorgt. Zum Leuchtturm führt nur ein waghalsiger steiler Pfad, den er offensichtlich hin und wieder gehen muss. Wir haben das Unternehmen nach kurzer Zeit abgebrochen – wahrscheinlich zu seiner Belustigung. Er hatte uns vorher erklärt, dass das eigentlich verboten ist, aber von ihm aus können wir es gerne versuchen … Wir schenkten ihm eine Flasche Wein, den er dann zusammen mit den Fischern zum Abendessen trank. In unserem sprachlichen Unvermögen, hatten wir verstanden, dass er den mit uns trinken will und dazu was kocht. Wir kamen uns doof vor, aber ihm sei es gegönnt 🙂
Die Stadt Florianopolis, gelegen auf einer Insel und durch eine Bücke mit dem Festland verbunden war unser letzter geplanter Stopp in Brasilien. Hier trafen wir Eduardo wieder, den wir in Vitoria kennengelernt hatten und der hier wohnt. Er machte auch gleich eine Inselrundfahrt mit uns und half uns bei einigen Besorgungen.
Der Platz mit dem Traumzauberbaum wurde zu unserem Lieblingsort.Erstaunlich reiche Beute an deutschsprachigen Büchern in einem Antiquariat. Ein Ebook Reader wäre natürlich praktisch, aber so ist es viel spannender.Und dann war auch schon fast Weihnachten
Inzwischen sind wir seit gut drei Monaten in San Fernando, ca. 30 km nördlich von Buenos Aires und natürlich gibt es schon wieder eine Menge zu erzählen. Aber erst einmal liebe Grüße aus dem südlichen Herbst in den nördlichen Frühling!
tolle Bilder und ein guter Rückblick. Ich wollte schon längst mal wieder einen Piep von mir geben, aber war immer keine Zeit… Ich hoffe, Euch geht es gut. Seid Ihr denn inzwischen auf dem Rückweg? Krass, wie schnell die Zeit rennt. Noch 5 Monate, dann streiche ich hier die Segel bei MediaService 🙂
Liebe Michi, schön von dir zu hören!! Uns geht’s gut. Wir sind immer noch im Großraum Buenos Aires und bleiben da auch noch bis September. Für die alte Planitzer wird es keine Rückreise geben. Ab September machen wir uns auf den Weg Richtung Feuerland. Wenn wir Glück haben, findet sich in Chile jemand der das Boot kaufen will, mal gucken. Wir kommen nächstes Jahr ganz schnöde mit dem Flugzeug zurück 🙃. Nur noch 5 Monate 😳? Ganz liebe Grüße
Hinterlasse einen Kommentar