Alte Stahlyacht auf neuer Fahrt mit Götz und Anne

Buenos Aires

Anfang des Jahres haben uns Götz‘ Tochter Jana und meine Schwester, Tine, in San Fernando besucht und das haben wir zum Anlass genommen Buenos Aires ausführlich zu erkunden. Vor allem ich bin zwar auch alleine des öfteren „in die Stadt“ gefahren, aber von unserem Inselliegeplatz in San Fernando kamen gerne mal 1,5 bis 2 Stunden Fahrzeit pro Strecke zusammen … Das liegt vor allem am maroden Schienennetz der Vorortzüge, die in einer Stunde die gut 30 km zum Hauptbahnhof schleichen. Man kann also sagen wir haben die Stadt vor allem beim Fahren mit S- und U-Bahn kennengelernt. Wenn man es darauf anlegt kann man so übrigens direkt einen guten Teil seines Wocheneinkaufs erledigen. An jeder Station steigen Händler mit einem anderen Produkt ein. Gebäck, Süßigkeiten, Socken, Spülmittel, Geschirrtücher, Kugelschreiber … Das Verkaufsargument eines Händlers war „das garantiert echte aufgedruckte Haltbarkeitsdatum“ auf seinen Schokoriegeln. Musiker gibt es natürlich auch zahlreich und eine unglaublich liebenswürdige Eigenschaft der Porteños (der Einwohner von Buenos Aires) ist es, nach wirklich jeder Darbietung zu klatschen. Selbst die schlimmste, nervtötendste Vorstellung bekommt noch (kurzen) höflichen Beifall – irgendwie lieb.

Buenos Aires ist beeindruckend, groß, wuselig und an vielen Stellen wirklich schön. Neben modernen Hochhäusern hat sich erstaunlich viel alte Bausubstanz erhalten. Vieles erinnert an europäische Großstädte, nur alles ein paar Nummern breiter und höher. Bei der Straße auf dem letzten Bild haben wir, inklusive der separaten Busspuren, 18 Spuren gezählt.

Die deutsche Botschaft durfte ich auch besuchen – aus eigener Blödheit – weil mein Pass nicht ausreichend lange gültig sein würde. Online musste ich mich erst einmal auf eine Warteliste zur Terminvergabe setzen lassen, ab Antragstellung würde es dann 3 Monate dauern bis ich meinen neuen Pass in den Händen halten würde – zum Glück hatten wir keine Eile. Abholen kann man die Pässe übrigens nur an einem Tag in der Woche, zwischen 14 und 15 Uhr. Und da man keine Benachrichtigung erhält, ob der Pass schon vorliegt, ist das auch ein bisschen Glücksspiel … (Hab mich nicht getraut den fortknoxmäßig gesicherten Eingang zu fotografieren, deshalb nur diese Mauer)

Das Viertel Once: im 1. Bild sieht man Wandbilder im Gedenken an den Terroranschlag auf das Gebäude der jüdischen Organisation AMIA, 1994, bei der es viele Tote und verletzte gab. Bild 2 zeigt den prächtigen Palacio de Aguas Corrientes (Palast des fließenden Wassers) der heute Sitz der Wasserwerke ist. Ansonsten finden sich in dem wuseligen Viertel unzählige Straßen mit hochspezialisierten Läden. In einer Straße findet man Stoffe, in der nächsten Partyzubehör und, ganz wichtig, die Ausstattung der argentinischen Mädchen für ihren 15. Geburtstag, der hier, wie in vielen lateinamerikanischen Ländern ganz groß als „Fiesta de Quinceañera“ gefeiert wird.

Casa Rosada, Sitz des argentinischen Präsidenten an der Plaza de Mayo

Zum Ende noch ein kurzes Update, wo wir uns eigentlich aktuell befinden 🙂
Letzte Woche war es Zeit Abschied zu nehmen von unseren Freunden Fernanda und Adrian. Nach so langer Zeit in der wir uns fast täglich gesehen haben, fiel das ganz schön schwer! Auf unserem letzten Abstecher nach Carmelo in Uruguay haben uns die beiden noch einmal mit ihrem eigenen Boot begleitet. Adrians 60. Geburtstag stand an, den wollten wir standesgemäß mit einem großen Asado feiern. Eingeladen hatten wir auch noch unsere gemeinsamen Freunde Banu und Deniz, die türkischen Segler, die noch einen weiteren Freund mitbrachten. Ricardo ist Uruguayo aber mit einer Deutschen verheiratet und spricht ziemlich gut deutsch. Und so ging es dann beim feiern fröhlich in vier Sprachen hin und her :-).
Inzwischen sind wir zurück in Argentinien am Ausgang des Rio de la Plata und jetzt wird es ernst mit dem letzten Stück der Reise nach Feuerland. Mit einigen Zwischenstops entlang der Küste wollen wir Richtung Weihnachten in Ushuaia sein …

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