Alte Stahlyacht auf neuer Fahrt mit Götz und Anne

  • Gambia Teil 1

    Die Überfahrt

    Am 5. September ging es mit etwas Verspätung endlich von Las Palmas los. Endlich ist vielleicht das falsche Wort, denn eigentlich hat es uns dort ganz gut gefallen; wir lagen für kleines Geld im Hafen am Schwimmsteg, Wasser und Strom am Steg, Dusche im Hafen an Land und das Klima mit 16°C nachts und 25°C am Tag kam uns auch sehr entgegen. Das Essen in Spanien ist sowieso hervorragend, also alles gut. Verspätung bei der Abreise gab es, weil wir unmittelbar vor Abfahrt noch Diesel tanken wollten und bereits seit Stunden diese lila Yacht an der Wassertankstelle lag und alles blockierte. Irgendwann sind wir dann einfach an die Rückseite des Steges gefahren. Bei der lila Yacht rundete die Anzeige an der Tanksäule gerade die 4500 l Marke …  Der lange Schlauch der zweiten Zapfsäule reichte zum Glück bis zu uns.

    Die vor uns liegende Strecke betrug etwa 950 nm, entsprechend ca. 1700 km entlang der Südküste Marokkos, der Küste der Demokratischen Republik Westsahara, Mauretaniens und Senegals bis nach Banjul, der Hauptstadt Gambias (13°26,85N 016°36,03W).

    Tag/Nacht 3
    Seit Mitternacht weht der Harmattan, ein Wind der meist aus Nordost kommt und rotbraunen Staub en masse mitbringt. Die Sicht sinkt auf unter 2 nm, normalerweise liegt sie bei 8 nm. Die unzähligen Schiffe sieht man größtenteils nur noch auf dem Radar – erst nach unserer Ankunft lesen wir im Internet, dass der Suezkanal unter Beschuss liegt und viele Reedereien ihre Schiffe um Südafrika herum umlenken. Eine lockere Hochrechnung ergibt ca. 2000 Schiffe zwischen Kapstadt und Gibraltar … Gegen 6 Uhr morgens kommt ein fliegender Fisch ins Cockpit geflattert, aber Anne hat keine Lust auf fliegenden Fisch zum Frühstück.

    Die fliegenden Fische sind aber auch so eine willkommene Abwechslung. Am Tage sieht man sie wie silberne Schwalben über den Wellen segeln. Eines Nachts konnten wir ein ganz besonderes Schauspiel beobachten – eine Gruppe Delphine jagte direkt neben unserem Boot einen Schwarm fliegender Fische. Von unserer Taschenlampe angeleuchtet, funkelten deren große runde Augen bernsteinfarben und hüpften wie kleine Flummis auf den Wellen.

    Nachdem wir die Nacht durchgetuckert sind kommt jetzt etwas Wind auf und wir ziehen die ausgebaumte Leichtwindgenua und das Großsegel hoch. Quasi Passatsegeln. Allerdings geht der Wind ständig hoch und runter zwischen 27 knt gemessen an Deck (also etwa 35 knt im Rigg = 7–8BFT) und 0 knt. Ich gebe zu, manchmal sind wir zu faul die Segel zu wechseln und tuckern einfach eine längere Zeit. Außerdem wurde Anne zwischendurch wieder seekrank und alleine die Segel zu wechseln geht zwar, ist auf die Dauer aber ganz schön anstrengend. Immerhin haben wir seit Las Palmas einen elektrischen Pinnenpiloten, welchen wir an die Windfahnensteuerung angeschlossen haben. Dort tut Pilota Rakete (wir haben das Teil nach der Kapitänin von Seawatch benannt) zufriedenstellend Dienst und verbraucht kaum Strom, da die Kraft von der Windfahnensteuerung generiert wird.

    Langsam wird es hell und das ganze Boot ist mit rotbraunem Staub bedeckt; unsere im Mai noch neuen und weißen Relingsnetzte sind auf der Windseite mittlerer Weile auch rotbraun. In Verbindung mit dem Salz von der Gischt ergibt das eine „wunderbare“ Paste auf allem.

    Nacht 8
    Normaler Weise sollte man sich von der afrikanischen Küste besser fernhalten. Die zahlreichen Fischer und der enorme Schwell im flacheren Wasser sind da eigentlich schon Grund genug, hinzu kommt aber auch noch das politische System in Westsahara und im Königreich Mauretanien. Diese Nacht soll es aber weiter unter Land gehen um vor Dakar/Senegal ein Lebenszeichen per sms an die Familie abzusetzen. Ein Fehler, wie sich bald herausstellen wird. Plötzlich sind wir von unzähligen Fischerbooten und ihren befeuerten Netzen umgeben – es ist kein Ausweg aus dem Wirrwarr zu sehen bis der Mond schwach rötlich kurz am Himmel erscheint und uns eine Gasse zeigt. Den Rest der Nacht sehen wir überall Lichter von Fischerbooten nur nicht auf unserer Strecke.

    Nacht 10 / Tag 11
    Spät abends erreichen wir die Mündung des Gambia River und ankern im bereits halbdunklen neben der Fahrrinne. Im Dunkeln in den unbefeuerten Fluss mit den vielen Fischern und auch einigen, wenn auch wenigen Frachtschiffen einzufahren ist uns zu riskant. 

    Am nächsten Morgen fahren wir nach Banjul rein und ankern vor der Pier mit den chinesischen Fischtrawlern. Die Chinesen haben wohl einen Deal mit der Regierung gemacht: Infrastrukturhilfe (wohl noch nichts umgesetzt) gegen die Lizenz zum Fischen. Sie haben mittlerweile drei Fischmehlfabriken errichtet und fischen der einheimischen Bevölkerung die Lebensgrundlage weg. Die einheimischen Frauen beklagen sich, dass es an manchen Tagen keinen Fisch mehr auf dem Markt zu kaufen gibt.

    Es ist Sonnabend Vormittag. Ich greife alle Papiere und wir machen das Schlauchboot klar, um an Land zu kommen. Anne muss auf dem Boot bleiben und warten, bis ich uns einklariert habe. In Gambia ist das eine Tortur, welche auch mal einen ganzen Tag in Anspruch nehmen kann, schließlich ist man hier nicht auf Yachten eingestellt und selbige werden quasi wie Frachtschiffe behandelt. Die Pier wirkt vertraut, in den letzten zehn Jahren hat sich nichts geändert, nur die Chinesen sind neu, lassen sich aber auf der Pier kaum sehen. Ihr Beliebtheitsgrad bei der einheimischen Bevölkerung hält sich in Grenzen. Zuerst komme ich am Ende der Pier zur Security – ein halbes Dutzend Attaya (das Nationalgetränk – hoch konzentrierter grüner Tee mit seehr viel Zucker) trinkende, Karten spielende Männer. Einer, es scheint ihr Chef zu sein, fragt mich wer ich bin und was ich will. Ich werde ins Besucherbuch eingetragen und dann ruft er einen Mann herbei, der mir den Weg zu den Hafenbehörden zeigen soll. Er heißt Modu und will – ganz untypisch für die Hauptstadtregion – gar kein Geld für seine Dienste. Ich gebe ihm aber 5 Euro, einfach aus dem Grund, dass er hilfsbereit ist und mich nicht abzocken will. Nachdem wir auch den Militärposten passiert haben gehen wir die extrem vermüllte, verstaubte und von unzähligen LKW-Halbwracks gesäumte Straße am Hafen entlang bis zu deren Ende. Dort treffen wir den Zolloffizier in Levi’s und Adidas T-Shirt. Er schickt uns ins Zollbüro einen Eingang zurück (Um in das Hafengelände zu kommen, braucht man eine Lumiweste, welche Modu für mich erwirbt – ich gebe ihm später noch einen 5-Euro-Schein, damit noch etwas für ihn übrig bleibt.). Dort hinter einem schmutzigen Stoffvorhang ist ein Minibüro mit zwei Schreibtischen, zwei Computern, zwei wichtigen Beamten und diversen alten mit Sand gefüllten Reissäcken als Sitze für die Kunden, also auch für mich. Über der Tür stöhnt eine Klimaanlage, an der Decke ein altersschwacher Ventilator. Die Rechner scheinen eher als Staffage zu dienen. Das Zollformular, unzählige Male kopiert, wird von Hand ausgefüllt. Dann verlangt er zwei Kopien meines Passes, welche ich nicht habe. Ich weise auf den Kopierer in der Ecke; seine Antwort: This dead! – Der ist tot. Wir verlassen den Hafen und laufen zweihundert Meter zum Kopierladen; wir sind die einzigen Kunden und es gibt nichts weiter zu tun, trotzdem dauert es 10 min – TIA -This is Africa! Ein Kürzel mit dem alles erklärt wird. Zurück im Zollbüro werden die beiden Passkopien an die beiden identischen Zollformulare (er hat dafür in unserer Abwesenheit das erste noch einmal abgeschrieben – der Kopierer ist bekanntlich tot) angeheftet und wir werden damit zur Migration (Einreisebehörde) geschickt. Dort hängen etwa ein halbes Dutzend gelangweilte Polizisten in Uniform rum. Der Mann mit dem Stempel sei heute nicht da, schließlich ist Sonnabend. Ich frage, ob meine Frau an Land dürfe. Nein auf keinen Fall ohne Stempel im Pass. Ich verdrehe die Augen und denke an die arme Anne. Da meint er, er wolle nett sein und uns eine für 72 h gültige Sondergenehmigung ausstellen mit der wir an Land dürfen, bis wir Montag die Stempel bekommen. Dies sei eine Nettigkeit seinerseits und gratis ABER ein TIP sei WILLKOMMEN. Der nächste 5-Euro-Schein wechselt den Besitzer – ich hatte auf Las Palmas für diesen Zweck extra 5-Euro-Scheine gesammelt. Der Hafenmeister habe ebenfalls erst wieder am Montag auf. Die erste Hälfte des Einklarierungsmarathons ist geschafft. Wir dürfen an Land und der Rest Bürokratie am Montag erscheint überschaubar.

    Mehr zu unseren Erlebnissen in Banjul, dann im zweiten Teil.

    Einen guten Rutsch für euch alle, Anne und Götz

  • Wieder erreichbar

    Wir haben uns allerdings für Africell entschieden

    Wir sind am Freitag Abend in Gambia angekommen. Jetzt sind wir in der Hauptstadt Banjul, haben die Einreiseformalitäten erledigt, uns mit Wasser, Diesel und einer neuen Simkarte versorgt. Morgen früh geht es dann den Gambia River hinauf. Aber mehr zu unserer Überfahrt und unseren Erlebnissen in Gambia gibt es dann in den kommenden Wochen.

    Liebe Grüße und frohe Weihnachten, Götz und Anne

  • Makaronesische* Irrfahrt

    *Makaronesien umfasst die Inselgruppen Azoren, Madeira, Kanaren und Kap Verden

    Längst mal wieder Zeit, von uns hören zu lassen. 

    Erstens kommt es anders und zweitens als man plant …  Nach der Abfahrt von Funchal/Madeira waren uns die Götter des Mobilfunks seeeehr lange wohl gesonnen. So wehte 30 nm von Funchal eine Nachricht von unserem bretonischen Freund Yann zu uns an Bord, dass er sich auf La Gomera auf einem netten Ankerplatz vor Santiago an der Südseite der Insel befinde und wir entschieden uns, nach dem Besuch auf den Selvagens Inseln Kurs Richtung Südwest zu setzen und Yann zu besuchen statt nach La Graciosa im Nordosten der Kanaren zu segeln. Rasmus, der Gott des Windes war uns weniger hold. Statt mit 10–15 knt aus Nordost „wehte“ (Gibt es eine Verniedlichungsform von Wehen?) der Wind mit maximal 4 knt aus Nordwest, also von hinten – auf diesem Kurs sind wir eh am langsamsten, da wir dem Wind praktisch wegfahren und der scheinbare, gefühlte Wind noch geringer ist. Kurz und gut wir waren soooo langsam, dass wir die Selvagens im beantragten Zeitfenster (man muss sich vorher für ein Zeitfenster von max. 24 h anmelden.) nicht mehr erreichen konnten; auf Tuckern hatten wir auch keine Lust. So drehten wir dann direkt Richtung La Gomera ab. Endlich tauchte vor uns der Pico del Teide, der höchste Berg Spaniens, vor uns über den Wolken auf, Teneriffa lag vor uns und La Gomera steuerbord voraus. In der Durchfahrt hatten wir dann mal wieder Glück mit der Tide, welche genau gegenan stand. Also mal wieder schleichen.  Natürlich freuten wir uns sehr, Yann wiederzusehen, aber der tolle Ankerplatz stellte sich als sehr schwellanfällig dar, weswegen wir nach ein paar Tagen, einmal grillen an Bord und einer kleinen Wanderung, in die übernächste Bucht verholten. Dort war es ein wenig ruhiger aber extrem abgeschieden, nur sporadisch wehte so etwas wie Mobilfunknetz herüber. Um uns herum ragten 100 bis 200 m hohe Felswände auf und bis auf den Schwimmer eines Hummerkorbes gab es kein Zeichen von Zivilisation. So entschlossen wir uns nach einigen Tagen trotz Winddüse zwischen den Inseln nach Teneriffa zu segeln.

    Die Marina von La Galletas gleich östlich der Südostspitze von Teneriffa war das Ziel. Auf diesem Schlag bekamen wir bezüglich Wind und Welle alles vorgesetzt, was man sich vorstellen kann. Wir waren bereits mit zweitem Reff im Groß und Sturmfock gestartet, mussten das Großsegel bei 25 knt im Mittel über Deck gemessen und Böen weit darüber aber sehr schnell komplett wegnehmen; der Wind im Rigg in 10 m Höhe ging sicherlich an die 40 knt ran. Aber wir kamen die ersten 3 h sehr gut voran. Dann, noch bevor wir überhaupt darüber nachdenken konnten auszureffen, war der Wind in der Abdeckung von Teneriffa auf annähernd 0 gefallen. Also Motor an und weiter bis uns der in der Düse zwischen Teneriffa und Gran Canaria wehende Starkwind plus Welle von vorne plus Strom (bildet sich auf Grund der Düseneffekte zwischen den Inseln gern und ist häufig auch stärker als der Tidenstrom) uns unter Maschine auf knapp einen Knoten ausbremsten. Wir hätten die alte Plani unter enormem Spritverbrauch um das Kap prügeln müssen. So drehten wir ab nach Los Christianos …  Ein Ort der ähnlich wie Maspalomas auf Gran Canaria für Ballermannfeeling in Reinstform steht. Hier sind es übrigens die Briten, welche die Szene beherrschen. Was der Liter Sangria auf Malle zum Frühstück ist hier das Billigpint zum English Breakfast. Es gibt hier zwei Ankerplätze (in den Hafen kommt man nicht mal mit dem Dinghi rein, es sei denn man hat ´ne Luxusyacht und die Taschen voller Schmiergeld … ) einen neben der Hafeneinfahrt – hier waren wir meist fast alleine, bekamen aber die Wellen von den Ribs der Tauchschule im Minutentakt. Selbige hielten es übrigens auch für nötig, mit mindestens 30 knt an den zahlreichen Paddlern haarscharf vorbei zu rasen. Der andere Ankerplatz befand sich direkt vor dem Strand am anderen Ende des Hafens (hier durfte man gnädigerweise sein Dinghi am Strand anlanden). Hier haben wir auch unsere Bekannten Julian und Elena mit ihren zwei kleinen Kindern wiedergetroffen. Da wir nun schon mal auf Teneriffa waren, haben wir die Chance ergriffen und sind mit dem Bus zum Krater des Teide hochgefahren. Anne konnte hier ihren bisherigen Höhenrekord auf 2150m steigern. Die Bilder sprechen für sich.

    Nach einigen Tagen sind wir weiter nach Gran Canaria, vorerst an die Südspitze, da der Hafen von Las Palmas – der einzige bezahlbare Hafen auf den Kanaren, in den man noch reinkommt – bis 19.11. wegen der ARC (Atlantic Ralley for Cruisers) vollgesperrt ist. Dort lagen wir in Arguineguin im Außenhafen vor Anker. Ich habe noch einen Zahnarzttermin wahrgenommen, Anne konnte ihre noch ausstehende Impfung hier leider nicht bekommen und musste dies auf Las Palmas verschieben. Wir haben angefangen unsere Vorräte aufzufüllen: 15 kg Nudeln, 10 kg Reis, 4 kg Linsen, Kiloweise Kaffee, Konserven, Tomatenmark und überhaupt alles was sich problemlos lange hält. Die Temperaturen hier sind kanarenüblich sehr angenehm, 25 bis 28°C am Tag und um die 20°C in der Nacht. Erstaunlicherweise gibt es ab dem frühen Abend immer sehr starken Tau. Regen ist allerdings Fehlanzeige.

    Der kleine Fischerort Arguineguin im Süden von Gran Canaria

    Dann ging es über Nacht die rund 40 nm nach Las Palmas weiter mit der Aussicht zum ersten Mal seit Madeira wieder in einen Hafen zu kommen. Fließend Wasser, Steg, Dusche, Strom, … In den frühen Morgenstunden erreichten wir unser Ziel, doch das brechend volle Ankerfeld vor der Einfahrt zur Marina ließ unsere Hoffnungen auf einen Platz am Steg schwinden. Und so erfuhren wir dann auch von den Hafenmitarbeitern – es gibt eine Warteliste, ihr müsst erstmal ankern und mit dem Dingy zur Anmeldung kommen. Gegen 12.30 Uhr reihten wir uns in die, gar nicht so lange, Schlange ein. Um 14 Uhr machte das Büro erstmal 2 h Mittagspause, gegen 18.15 Uhr saßen wir dann tatsächlich vorm Hafenmeister und bekamen unseren Stegplatz für den nächsten Tag. Die äußerst günstigen Liegegebühren von 8 Euro/Tag inkl. Wasser, Strom und Dusche, entschädigen allerdings für die chaotische Bürokratie der Marina. Nun hatten wir zwei Wochen Zeit um alle notwendigen Reparaturen und Einkäufe zu erledigen.
    Die Marina Las Palmas ist mit ihren 1200 Liegeplätzen riesig und quasi eine eigene Kleinstadt auf dem Wasser. Das macht sie auch zu einem Hotspot für junge Leute, die per Anhalter über den Atlantik Richtung Karibik oder Südamerika fahren wollen. Überall kleben Zettel mit „Bewerbungen“ und einige Male wurden wir auch schon direkt angequatscht. So sympathisch die Leute oft auch sind – für uns kommt das nicht in Frage. Da ist uns unsere Privatsphäre doch wichtiger als ein Mensch mehr für die Wachen 🙂
    Ansonsten ist das Leben in der Marina sehr gemächlich. Wir werkeln, backen Brot und Weihnachtsstollen und treffen uns Abends auf ein paar Gläser Wein mit unserem netten, amerikanischen Stegnachbarn.
    In Las Palmas kommen auch endlich wieder unsere Fahrräder zum Einsatz. Die Großstadt hat ein erstaunlich gut ausgebautes Netzt an Fahrradwegen und -straßen.


    Nachdem wir alles erledigt haben, geht es voraussichtlich am 5.12. weiter Richtung Gambia. Da der Passatwind noch relativ schwach und unzuverlässig ist, können wir nicht genau sagen wie lange wir für die rund 900 Seemeilen brauchen. Wir rechnen vorsichtig mit 14 Tagen.
    Mit dem Verlassen von Europa hat sich dann auch unsere deutsche Telefonnummer erledigt. Ab da gibt es dann lokale Sim-Karten und, sofern Netz vorhanden ist, sind wir weiter über WhatsApp, Signal, E-Mail oder Instagram erreichbar.
    Für Gambia lassen wir uns zwei Monate Zeit. Götz möchte zurück in das Dorf Balingho am Gambia River. Hier hat er vor zehn Jahren schon einmal sechs Monate geankert und Freundschaften geschlossen. Aber dazu mehr in unserem nächsten Blogeintrag … Sofern die gambischen Götter des Mobilfunks gnädig zu uns sind 🙂

    Bis dahin vorsichtshalber schon mal ein frohes Weihnachtsfest und ’nen juten Rutsch 🙂
    Götz und Anne

  • Adeus Madeira

    Es geht weiter …

    Nach über zwei Monaten im Hafen von Funchal haben wir letzte Woche unsere reparierte Kupplung zurück bekommen und Götz hat sie ohne größere Verletzungen wieder eingebaut. So sehnsüchtig wir auf diesen Tag gewartet haben, so traurig ist es jetzt doch Madeira zu verlassen. Wir haben fast jede Levada, die mit dem Bus zu erreichen war, erkundet und im Supermarkt unsere Lieblingsverkäuferinnen. Bruno, der Hafenmeister, hat sich mehr als einmal ein Bein für uns ausgerissen und von unserem südafrikanischen Stegnachbarn, der hier Angeltouren mit Touristen macht, gab‘s mehrmals frischen Fisch geschenkt.

    Heute geht es weiter Richtung Ilhas Selvagens. Die unter Naturschutz stehenden, winzigen Inseln gehören zu Portugal und liegen auf halbem Wege Richtung Kanaren. Handyempfang wird es dort nicht geben, bis auf zwei Ranger, sind die Inseln unbewohnt. Am kommenden Wochenende werden wir dann auf La Graciosa/Kanaren ankommen und auch wieder erreichbar sein.

    Ganz liebe Grüße an alle, die uns lesen und nochmal vielen, vielen Dank an alle die uns etwas gespendet haben!

  • Endlich »Urlaub«

    von Seixal (Lisboa) nach Funchal (Madeira)

    Am 4. August früh morgens machten wir uns endlich auf den Weg vom Rio Tejo Richtung Madeira (was übrigens Holz bedeutet) um dort meine beiden Töchter und Annes Mutter und Schwester zu treffen, welche am 10. August dort mit dem Flieger eintrudeln sollten. Die Segelbedingungen waren laut Wettervorhersage etwas schwierig aber grundsätzlich machbar: Westlich von Portugal pfiff der Wind in einer Art Düse zwischen Azorenhoch draußen auf dem Atlantik und einem nicht selten vorkommenden Hitzetief über der Iberischen Halbinsel mit 35 Knoten aus Nord. Das ist eine ausgewachsene Windstärke 8 – grundsätzlich segelbar, aber auch nicht besonders entspannend … Vor der Marokkanischen Küste rutschte ein ganz kleines Hitzetief langsam Richtung Westen – es sollte uns später noch einige Nerven kosten. Unser Plan sah vor, dicht an der Küste Portugals nach Süden zu fahren. Dort sollte sich der Wind auf 15–20kn beschränken, also etwa 4–5 Bft. Dann wollten wir Richtung Casablanca steuern um dann am südlichen Rand der Starkwinddüse mit Halbwind nach Madeira rüberzuziehen.

    Die portugiesische Küste runter (hier sahen wir den ersten und bisher einzigen Wal) und auch am zweiten Tag funktionierte es noch ganz gut, dann erwischte uns der Starkwind mit 4 m Wellen, welche schon brachen und dann kam das kleine ehemals unscheinbare marokkanische Hitzetief … Diese Hitzetiefs bringen keinen Wind, geschweige denn Sturm, sie bringen Flaute und im Fall unseres Hitzetiefs, welches sich inzwischen ordentlich ausgebreitet hatte, ausgiebig Flaute. Da uns die Welle vom Starkwind aber erhalten blieb, bedeutete das Gestampfe unter Maschine ohne großes Vorankommen. Tag für Tag wurde das Barometer beobachtet, wie es in Zeitlupe wieder stieg und der Frust war groß – schließlich saß uns der Ankunftstag unserer Familie im Nacken  und Jana und Lynn hatten ihren Schlafplatz auf unserem Boot … Dann kam der Wind zurück und da wir uns im südlichen Teil des Tiefs befanden, kam er aus Südwesten, also genau von vorne und er war schwach. Bei Schwachwind zu kreuzen ist wahrlich keine Freude, schon gar nicht mit einem schweren Stahlboot, welches sich bei etwas mehr Wind doch wesentlich wohler fühlt. Südlich Madeiras Nachbarinsel Porto Santo machten wir wieder die Maschine an, um unsere Ankunft nicht noch mehr zu verspäten – mittlerweile war es der 11. August mittags. Als wir Madeiras Ostecke erreichten kam wieder soviel Wind, dass wir das Großsegel hochzogen – der Sprit ging auch zur Neige. Dann ging der Wind auf gut 35 kn hoch und die alte Planitzer lief im Schnitt 7kn und in der Spitze bis zu 9,5kn – Werte die sie nie zuvor erreicht hatte. 2 Meilen vor dem Hafen schlief dann der Wind urplötzlich komplett ein und wir liefen kurze Zeit später mit dem buchstäblich letzten Tropfen Sprit (der enthielt schon anteilig Rapsöl aus den Küchenvorräten) in den Hafen von Funchal ein und konnten ein paar Minuten später die vier in die Arme schließen.

    Es folgten zwei sehr schöne Wochen in Familie, leider getrübt durch die Corona-Infektionen von Tine und Marlis. 

    Madeira befindet sich auf dem Mittelatlantischen Rücken, wo sich, tektonisch betrachtet, die amerikanische Kontinentalplatte im Westen und die europäische sowie die afrikanische Platte im Osten voneinander wegbewegen. Das führt zu tektonischen Aktivitäten und als Resultat zu unterseeischen Bergen welche zum Teil bis über die Meeresoberfläche reichen. Madeira ist ein Beispiel dafür, genau wie die übrigen Makaronesischen Inseln (Azoren, Ilhas Salvagem, Kanaren). Die Insel erfreut sich normalerweise eines ausgezeichneten Klimas, welches die Wärme Afrikas mit der ausgleichenden Wirkung des Atlantiks kombiniert. Normalerweise liegen die Temperaturen nachts knapp unter 20°C und tagsüber etwas darüber (z.Z. herrscht eine ungewöhnliche Hitzewelle mit Tagestemperaturen um die 30°C und hoher Luftfeuchtigkeit, so dass selbst die Einheimischen Stöhnen). Die hohen Berge im Landesinneren sorgen für ein eigenes Mikroklima mit Wolkenbildung; leider regnet die feuchte Luft meist auf der – felsigen, unfruchtbaren – Nordseite der Insel ab, weswegen vor über 150 Jahren damit begonnen wurde, per künstlicher Wasserläufe das Wasser vom Norden in den Süden zu transportieren. An diesen sogenannten Levadas entlang kann man wunderbar wandern, dank marginaler Steigungen, üppiger Vegetation und … Schatten. An einer solchen Levada wollte ich mit den Kindern 2 bis 3 Tage entlang wandern und so brachen wir mit Zelt, Schlafsack und ordentlich Wasservorrat auf, landeten jedoch dank eines Missverständnisses bezüglich der Bushaltestellen an der falschen Stelle. Der Wanderweg, welcher uns zu „unserer“ Levada bringen sollte endete im Nichts und wir, wir endeten auf dem Kamm knapp unterhalb des Gipfels, eines der höchsten Berge der Insel (Pico Grande) und zumindest ich war von dem Aufstieg ziemlich erschöpft – die Beinmuskulatur war während der letzten drei Monate an Bord kaum gefordert gewesen …

    Am nächsten Tag bergab ging es dann doch wesentlich leichter, nicht zuletzt weil die Wasservorräte im Rucksack abnahmen und ich etwas Gewicht vom Rücken des alten Mannes auf die Rücken der Jugend umverteilt hatte. Zwei Tage später fuhren wir dann zu fünft (Marlis fühlte sich wegen Corona noch schlapp, Tine fing an, unter den ersten Symptomen zu leiden, war aber noch halbwegs fit) mit dem Bus zu einer anderen Levada. Apropos Bus, bei der waghalsigen Straßenführung muss man mehr Vertrauen in die Fahrkünste des Busfahrers haben als in die Fähigkeiten seines Herzchirurgen! Mir persönlich waren die Busfahrer über fünfzig auf Grund ihrer Erfahrung die Liebsten. Die Wanderung war sehr entspannend und landschaftlich reizvoll. Sie endete an einem Naturpool mit Wasserfall – nur Lynn traute sich in das – gefühlt – eiskalte Wasser. Nachdem auch Tine von Corona lahmgelegt war, unternahmen wir noch zu viert eine Wanderung entlang der sogenannten Citylevada, welche zur Zeit wegen der Hitze aber weitestgehend ausgetrocknet ist; als Ausgleich führte der Weg bei geschätzt dreißig Grad Celsius fast ausschließlich bergab.

    Jetzt ist die Familie wieder abgereist und wir sind wieder zu zweit, d. h. eigentlich zu dritt, da wir Yann, einen allein segelnden Bretonen quasi adoptiert haben; er kommt jeden zweiten Abend zum Essen und zum Wein vorbei, man tauscht Erfahrungen und nützliche Adressen, Werkzeuge und Ersatzteile, Lebensweisheiten und praktische Kenntnisse …  Aber das ist ganz normal auf Langfahrt, wo zumindest die Leute, welche nicht mit der fetten, neuen Yacht und dem dicken Portemonnaie unterwegs sind, zusammen halten. Gestern hat er uns in den botanischen Garten eingeladen um eine „fachliche“ Führung von mir zu bekommen in Verbindung mit Tipps, welche Samen eine Chance in der Heimat haben ..  

    Zur Zeit muckt noch unsere Kupplung, so dass ich das Getriebe ausbauen und in die Werkstatt geben musste – drei Stunden Schweiß, Schmiere und fluchen. Hoffentlich wird es nicht so teuer …  Wenn wir wieder startklar sind, geht es eventuell noch kurz auf die Ilhas Salvagem, eine Gruppe unbewohnter Inseln zwischen Madeira und den Kanaren. Da es dort nie pflanzenfressende Tiere gab, soll die Vegetation einzigartig sein. Dafür braucht man aber eine Sondergenehmigung der hiesigen Behörde, da sie unter Naturschutz stehen. Alternativ geht es direkt auf die Kanaren, genauer gesagt nach Graciosa, ganz im Norden der Kanaren – so ein bisschen das Hiddensee der Kanaren, nur nicht so bekannt. Das erste Ziel sind so etwa130 sm und Graciosa direkt bedeutet 220 sm. 

    Von jetzt an geht unsere Reise übrigens etwas langsamer vonstatten. Wir haben in den vergangen 3 Monaten festgestellt, dass wir uns für die einzelnen Orte mehr Zeit nehmen wollen – also keine festen Termine mehr. Feuerland wollen wir in diesem Jahr nicht mehr erreichen. In den nächsten Monaten gucken wir uns die Kanaren und Cabo Verde an, machen vielleicht einen Abstecher nach Gambia und setzen dann möglicherweise im Winter nach Brasilien über.

    Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an J. wegen der großzügigen finanziellen Unterstützung – wir haben uns sehr gefreut!

    Gefallen euch unsere Berichte und Fotos? Wenn ihr uns mit einem Groschen unterstützen wollt, geht es hier zu unserer Bordkasse

  • Von Muros nach Seixal (Lisboa)

    Nach unserem nächtlichen Schlag von La Coruna rund Kap Finisterre nach Muros wollten wir uns ein wenig die Beine vertreten was jedoch am Dauerregen scheiterte. Davon abgesehen ist Muros aber eine sehr schöne kleine und alte Stadt mit sehr engen Gassen.

    Am nächsten Morgen ging es zeitig nach Portonovo im Ria Pantaverde (Rias sind im Spanischen Flussmündungen, welche mehr oder weniger große und mehr oder weniger geschützte Naturhäfen bilden, ähnlich Haff oder Bodden) um Capitàn Luis zu treffen, einen Bekannten von meiner letzten Tour und ganz lieben Menschen. Luis lebt schon immer am Ria Arosa oder am benachbarten Ria Pontaverde, wo seine Eltern herstammen und wo er mit Tagesgästen auf seiner Segelyacht Reina de Africa seinen Lebensunterhalt verdient. Kaum angelegt wurde sich ausgiebig umarmt und ab ging es in die erste Bar, dann in drei weitere (in der letzten wurde die Vorspeise eingenommen) und dann um 23h – bereits ganz leidlich angetrunken – ins Restaurant. Ganz schön harte und ungewohnte Methode, erst trinken, dann essen …  Es war ein wunderschöner Abend, welcher am nächsten Tag mittags seine Fortsetzung in der Bar fand bevor wir dann am Abend (nüchtern) weiter gesegelt sind um am nächsten Abend Oporto zu erreichen, das heißt genau genommen Leixoes, den benachbarten Hafen von Oporto, da es wesentlich billiger ist dort zu liegen.

    Am nächsten Morgen ging es mit Picknick im Rucksack mit dem Bus nach Oporto, einer wunderschönen zur Zeit etwas abgeranzten und architektonisch sehr stark vom Jugendstil geprägten Stadt. Früher war Porto die Stadt des Geldes, der Finanzen und Firmensitze während Lissabon das sympathische runtergekommene Armenhaus mit Flair war. Mittlerweile hat Lissabon Dank Weltausstellung und boomendem Stadttourismus Porto den Rang abgelaufen, der Glanz Portos bröckelt merklich, was allerdings dem Charme und dem Flair der Dourometropole nur gut tut. Der Douro, welcher seinen Flusslauf tief in die Felsen eingeschnitten hat und die Stadt von Ost nach West durchfließt, um im Westen der Stadt in den Atlantik zu münden ist das alles beherrschende Element genauso wie die Brücken, welche die beiden Ufer verbinden, besonders das von Gustave Eiffel gebaute Exemplar. Lasst einfach die Bilder auf euch wirken …

    Abends ging es dann weiter durch die Nacht die 68 sm nach Figueira da Foz – „Der Feigenbaum an der Flussmündung“– wo wir morgens ankamen. 

    Am Nächsten Tag ging es dann nach Peniche, wo uns schon der Lärm eines Festivals im Hafengelände erwartete. Hier gibt es eine alte Festung, in welcher sich unter dem Salazar Regime ein Gefängnis für politische Gefangene befand. Die heute dort zu sehende Ausstellung auch über die Ereignisse rund um die Nelkenrevolution ist sehr interessant aber zur Zeit leider geschlossen. Ansonsten bleiben speziell der Krach des Festivals ein riesiges Rummel-Gelände ohne Besucher und die erbarmungslose Sonne und damit einhergehende Hitze in Erinnerung.

    Am nächsten Abend ging es dann Richtung Tejomündung und Lissabon. Wir haben aber nicht in Lisboa sondern gegenüber in Seixal, einem halbwegs verschlafenen Städtchen in welchem seit der Nelkenrevolution in den 70ern die Kommunisten das Sagen haben auf der anderen Seite des Tejo festgemacht. Gestern Abend waren wir mal im Restaurant essen, was wir nur sehr selten tun, aber es war vorzüglich! Ein kleines Straßenrestaurant, wo der Grillmeister den Fisch und das Fleisch auf zwei Grills auf der Straße grillte. Anne hatte einen Wolfsbarsch und ich gegrilltes Hähnchenfilet dazu einen Liter Vinho Verde vom Fass und wir gingen mehr als gut gesättigt abends in die Koje.

    Da man nur zwei Nächte am kommunalen Steg liegen darf ankern wir jetzt hundert Meter weiter und schreiben im Cockpit bei immer noch angenehmen 24°C und einem Lüftchen unsere Eindrücke für euch auf. 

    Der Wassertank ist gefüllt, der Dieseltank für alle Fälle ebenfalls, Essen haben wir gestern geholt und jetzt kann es am Freitag morgens mit dem Hochwasser Richtung Madeira gehen, ca. 600 sm mit einem kleinen Bogen Richtung Casablanca inklusive, welchen wir machen, um dem Starkwindgebiet mit ca. 35 Knoten westlich Portugals aus dem Weg zu gehen. Dieses hat sich durch das Zusammenspiel von Azorenhoch und Hitzetief über Spanien gebildet und pustet ganz ordentlich durch die dadurch entstandene Düse. Wenn alles gut läuft, sollten wir pünktlich zur Familienzusammenführung am 10. August in Funchal auf Madeira sein, es kann aber auch ein paar Tage länger dauern …

  • Von Finistère nach Finisterre

    Asche auf unsere Häupter, Schimpfe für die Blogwärtin – ja, ihr habt lange nichts mehr von uns gehört. Inzwischen sind wir über die Biskaya rüber und unten in Portugal. Da wir am 10. August mit der Familie auf Madeira verabredet sind, waren wir ziemlich doll im Stress und hatten keine Zeit zum Schreiben. Kurzfristige Neuigkeiten findet ihr übrigens auch auf Instagram.

    Nachdem wir insgesamt 10 Tage in der Bucht von Port du Stiff auf der bretonischen Insel Ouessant (Region Finistère) (48° 28,08´N 005° 03,11´W) an der Mooringstonne gehangen hatten ging es am 16. Juli endlich los über die Biskaya. Vorher ist noch ein seltsames Sturmtief mit zwei Kernen und dementsprechend zwei Warmfronten, welche ordentlich Regen brachten, durchgezogen. Die Wettervorhersage versprach: 1. Tag Segeln, 2. Tag Tuckern, 3. bis 4. (5.)Tag Segeln … Am Ende wurde daraus: Am ersten Tag traumhafter Segelwind, Tuckern, Tuckern, Schwaaaaaachwindsegeln, Tuckern …

    Bei meiner letzten Biskayaüberquerung hieß es noch: Segeln bei Sturm unter Sturmfock (kleinstes Vorsegel) pur bis die Sturmfock wegflog und die letzten Meilen der Tucker herhalten musste. Diesmal also die Schwachwindvariante – auch mal ´ne Erfahrung; und im Übrigen gut für Anne, ihr Körper hat anscheinend die Bootsbewegungen in den fünf Tagen so verinnerlicht, dass sie seitdem nicht mehr seekrank war. Andererseits war das ewige Getucker aber auch extrem nervig, da wir da von Hand steuern müssen und nachts Stundenlang auf den Kompass gucken zu müssen, ermüdet extrem die Augen. Deswegen wechseln wir uns in diesen Fällen in den Nachtstunden alle halbe Stunde ab. Wenn Wind ist, steuert Wendy, unsere Windfahnensteuerung – ohne Strom, ohne Klagen (höchstens über zu wenig Wind – von irgendetwas muss sie sich ja schließlich ernähren), das wachhabende Crewmitglied fleezt sich bequem auf einen Segelsack und wirft alle 10 min einen Rundblick, ob irgendetwas in die Quere kommt.

    Nun wollt ihr aber natürlich nicht langweiliges Gefasel vom Tuckern hören sondern auch Spannendes und das gab es auch. Nein, nicht die Delfine sind gemeint, die uns seit der Biskaya täglich begleiten – an die haben wir uns schon so gewöhnt, das selbst Anne kaum noch den Kopf hebt, wenn welche auftauchen. Nachts zwischen unendlich vielen Fischerbooten tauchte plötzlich ein Amberfarbenes Funkellicht auf! Selbst wer mal den Sportküstenschifferschein gemacht hat, kann sich wahrscheinlich kaum noch an diese extrem seltene Prüfungsfrage nach dem amberfarbenen Funkellicht erinnern – es handelt sich um ein aufgetauchtes U-Boot. Auf dem schnell eingeschalteten Radar war dann auch ein riesiges Radarecho zu sehen, wie es sonst nur große Containerschiffe oder Tanker machen. Es handelte sich also um ein Riesenteil, Kategorie Atom-U-Boot. Etwa eine halbe Stunde später tauchte das U-Boot dann aber ein Stück ab, so dass nur noch der Turm mit dem Funkellicht über Wasser war. Dafür tauchten noch ein zweites und schließlich ein drittes U-Boot mit ihrem Turm und dem Funkellicht auf. Was machen drei Atom-U-Boote aufgetaucht in der Biskaya, umringt von gefühlt der halben französischen Fischereiflotte …? Wir werden es nie erfahren.

    Am Nachmittag des 20. Juli tauchte dann endlich Cabo Ortegal (43° 46,63´N 007° 52,31´W) an der galizischen Küste aus dem Nebel auf – Landfall. Wir mussten dann aber noch bis zum Morgen weiter tuckern, um nach La Coruña (43° 21,24´N 008° 22,06´W) zu kommen. Hier fiel Anne erst einmal in einen tieeeefen Schlaf, während der Skipper die Verwandschaft anrief. Von See kommend sieht La Coruña aus wie Marzahn am Meer. Beim nachmittäglichen Stadtrundgang entdeckten wir allerdings eine sehr schöne, lebendige Altstadt – so kann der erste Eindruck täuschen! Gegen 22.30 Uhr hatten wir uns dann auch endlich für ein Restaurant entschieden (die Spanier essen ja auch nicht früher) – Tintenfisch für Anne und Raxo (in Knoblauch eingelegte Würfel von Schweinefilet, ein Klassiker der galizischen Küche) für den Skipper. Am nächsten Tag ging dann weiter um Cabo Finisterre (42° 52,86´N 009° 13,37´W) (hiermit erklärt sich auch der Titel dieses Eintrags) nach Muros (42° 46,83´N 009° 03,29´W). Vor unserer Abfahrt wurde auch der erste Fisch, eine klitzekleine Meeräsche, gefangen und für Anne zubereitet – trotz der mageren 200 g ein Gaumenschmaus.

  • Bonjour

    Seit mittlerweile 8 Tagen sind wir jetzt auf Ouessant. Die Insel ist sozusagen der westliche Außenposten der Bretagne. Hier gibt es nur ca.850 Einwohner plus ein paar hundert Tagestouristen und ein paar, welche sich ein Fremdenzimmer nehmen. Täglich kommen drei Fähren an, welche neben den Gästen auch das Nötigste auf die Insel bringen. Der Rand der Straße zum Fährhafen dient denn auch als Auslieferungslager für Baumaterialien. Hier reihen sich Europaletten mit Mauersteinen, Bauholz und ähnlichem aneinander. Die Insel hat zwei Naturhäfen, einen im NO, hier liegen wir an gratis an einer Mooringstonne und hier kommen auch die Fähren an. Ansonsten gibt es hier nichts außer einer Creperie und dem Ticketverkauf der Fährgesellschaften. Im SO der Insel liegt mit Lampaul der Hauptort der Insel mit zwei kleinen Läden, Cafés und der Tankstelle. Die Gäste -wie auch wir- fahren mit dem Fahrrad oder laufen. So haben wir auch mit dem Fahrrad insgesamt 90 l Diesel mit zwei Fuhren zum Boot geschafft. Was es hier fast garnicht gibt, ist ein brauchbares Mobilfunknetz, weswegen ich diesen Text auf dem Handy schreiben muss. Die Landschaft erinnert stark an Schottland, nur dass hier die Vegetation von den Schafen noch kürzer gefressen ist und alles wie Polster aussieht. Es gibt sehr viele Hortensien – Tine würde sich freuen- , Heidekraut und Unmengen Stechginster. Lasst einfach die Bilder auf euch wirken. Ab morgen Abend tut sich dann hoffentlich das langersehnte Wetterfenster auf und dann geht es über die Biskaya Richtung La Coruna. Wir sind dann für ca 5 Tage nicht erreichbar und melden uns dann aus Spanien.

  • Pints, Pickels and Pilcher

    Die Südenglische Küste von Ost nach West

    Asche auf unser Haupt – wir waren sehr schlecht mit neuen Blogeinträgen in letzter Zeit. 

    Nach Stellendamm in den Niederlanden ging es nach Oostende in Belgien, wo wir gegen Mitternacht ankamen; in Belgien scheint im übrigen das Budget für befeuerte Tonnen sehr eng zu sein, obwohl es gerade mal drei oder vier Häfen gibt. Es war eine aufregende Herumtasterei im Dunkeln, bis wir die Zufahrt zu dem gesuchten Hafenbecken gefunden hatten. Bei der Einfahrt in den Außenhafen kam uns ein Schwall warmer, fast subtropischer Luft entgegen, während es draußen trotz eingeschlafenem Wind zu so später Stunde schon merklich frisch geworden war. Es fühlte sich ein bisschen so an, wie im Süden aus dem Flieger zu steigen, während in Deutschland Schnee liegt.

    Hoch lebe der Datenschutz – der Königlich-Belgische-Yachtclub hatte die alte Planitzer noch in ihren Akten – sowas nennt man hierzulande Vorratsdatenspeicherung – allerdings war sie 11m lang und ein Katamaran. Bei den 11m haben wir nicht widersprochen – desto kürzer desto billiger. Aber Katamaran, nein, da zahlt man wegen der großen Breite 50% Aufschlag.  Oostende hat uns sehr gefallen, speziell der etwas morbide Charme – siehe die Fotos.

    Bis auf den frühen Nachmittag gab es direkt an uns vorbei einen endlosen Strom von Menschen mit Strandutensilien zum Stadtstrand – als sich der große Regen ankündigte dann umso mehr in der Gegenrichtung. Wir hatten dann allerdings Glück und erreichten das Boot – und unsere zum Lüften rausgehängten Bettdecken und Matratze – mit den ersten Regentropfen.

    Weiter ging es nach Dünkirchen, über das es nicht so viel zu berichten gibt außer einem Fahrradausflug zum Großeinkauf im Supermarché.

    Zu nachtschlafender Zeit sind wir dann in Dünkirchen Richtung Dover ausgelaufen, wo wir am frühen Nachmittag ankamen (die Tide bestimmte mal wieder die Reisezeit …). In Dover herrschte dann fast südliches Flair; ausgepflanzte Olivenbäume beherrschen das Straßenbild, Palmen in den Vorgärten und dann natürlich die alles beherrschenden „White Cliffs of Dover“, die Kalksteinklippen.

    Wir hatten uns bei der Einreisebehörde online angemeldet, die entsprechende Exceltabelle (echt stümperhaft mit diversen sich z.T. wiedersprechenden Formularen) an die falsche Behörde geschickt (Süd statt Südost). Als sich bis 21h immer noch niemand mit der Clearance (=„Hallo ihr seid jetzt offiziell eingereist und dürft euch frei bewegen.“) bei uns gemeldet hatte, habe ich den Beamten dann telefonisch erreicht und um 22h05 waren wir dann offiziell in GB eingereist und konnten unsere gelbe Einklarierungsflagge (=Alles gesund an Bord, wir möchten einreisen.) runterholen. Da hatten wir den ersten Stadtrundgang – illegalerweise – bereits hinter uns.

    Von Dover ging es nach Brighton, eine Retortenmarina für 50 Pfund die Nacht. Wir waren über Nacht gesegelt, morgens früh bei Niedrigwasser angekommen und dann erstmal in der Hafeneinfahrt stecken geblieben. Selbige neigt ständig zum versanden und gebaggert wird eher sparsam, da das ja die Gewinne schmälern würde. Die gesamte englische Marine-Infrastruktur ist eher fragwürdig und komplett überteuert. Wo bei uns die Kommune den Hafen betreibt und 15–20€ pro Nacht nimmt, sind die Häfen in England tendenziell in privater Hand und sollen maximalen Gewinn abwerfen.

    So mussten wir noch ein paar Stunden vor dem Strand ankern bevor wird wir reinkamen.

    Zum einen um Geld zu sparen und zum anderen wegen der netteren Szenerie hieß unser nächstes Ziel dann Chichester Harbour. Hier muss man erklären dass Harbour nicht einfach Hafen bedeutet, sondern in diesem Fall das gesamte Flussdelta mit diversen Marinas, Mooringstonnen und der Option zu ankern, wofür wir uns entschieden. Aber selbst für’s Ankern werden noch gerne 15 oder 20 Pfund kassiert – im Rest der Welt unvorstellbar –  wir hatten aber Glück, keiner kam zum abkassieren vorbei. An Land gehen bringt kaum was – alles Privatland bis auf den Strand unterhalb der Hochwasserlinie …

    Der nächste Hafen war dann Portsmouth. Die 50 Pfund Marinas wollten wir meiden und legten im Fischerhafen (eng, runtergekommen aber gemütlich) an einer versifften Kaimauer aus Queen Victorias Zeiten an – dafür verlangte die Stadt 23,65 Pfund :).

    Wir waren extra nach Portsmouth gefahren, da unsere Bremer Freunde Claudia und Jonathan erzählt hatten, dass es dort einen Boatbreaker  (Bootsabwracker/-resteverwerter) gibt und man dort ein paar Schnäppchen machen kann. Leider waren die gerade am Ende ihres Ausverkaufs wegen Renovierung. Immerhin haben wir jetzt einen zweiten großen, roten Kugelfender, ganz nützlich für eher rustikale (und damit preiswertere) Liegeplätze.

    Dann ging es MIT der Tide durch den Solent und den Nebels Chanel, die Wasserstraße zwischen der Isle of Wight und dem Festland. MIT, weil wir nämlich bei schwachem Wind unter Maschine im Standgas fast 8knt liefen. 

    Man beachte das große große Tortenstück das bald aus den Kalkfelsen herausbricht. Die Needles, die bekannten Kalkfelsen, befinden sich übrigens in einem ständigen Verfall durch Erosion.

    Abends haben wir dann in Poole Harbour geankert, sowas ähnliches wie Chichester Harbour. Erwähnenswert sind, wenn überhaupt, nur die endlosen Schilder am Ufer: Private Ground – keep off.

    Dann war der Wind tagelang unser Feind: Südwest, Südwest, Südwest  mit einer unangenehmen kurzen Hackwelle aus West. Ein einziges Festgestampfe. Deswegen teilte sich die Endstrecke nach Falmouth in immer neue Teilstrecken. Nächster Stop war Weymouth, wo vor einigen Jahren, während der Olympischen Spiele in London, die Segelwettbewerbe stattfanden. Ein nettes kleines Städtchen, aber unmögliche Bedingungen zum Fahrradfahren.

    Dann segelten wir bei immer dichter werdendem Nebel und Sonnenschein weiter nach Salcombe. Eine fast mystische Erfahrung. Wir ankerten dort in einer wunderschönen Landschaft mit verrückten Engländern welche das Baden bei geschätzt 14°C zu genießen schienen – einziger Wermutstropfen – 12 Pfund pro Nacht fürs Ankern und ein teilweise unangenehmer Schwell am Ankerplatz.

    Nachdem wir auf dem nächsten Schlag vom Gestampfe mal wieder die Nase voll hatten sind wir nach Plymouth abgedreht und haben vor Cawsand geankert. Ein schöner Ausblick auf Wald auf Felsenklippen, sonst gibt es weiter nichts zu berichten.

    Dann führte uns der Weg nach Fowey wo wir mal wieder im Stockfinstern einliefen und uns eineinhalb Meilen im Dunkeln den Fluss hoch zum einzigen Steg mit Landzugang tasteten – Anne hatte sich mal wieder festen Boden unter den Füßen gewünscht. Deswegen blieben wir auch zwei Nächte und unternahmen einen ausgiebigen Spaziergang. Ein weiterer Grund war, dass der Wind dann endlich mal nicht aus Südwest sondern aus Nord kommen sollte.

    Dies bescherte uns dann auch einen sehr schönen Segeltörn mit über 7knt nach Falmouth. Der Gasthafen, wo ich damals mit der Familie den Winter verbracht hatte war restlos überfüllt, aber wir kamen in der Pendennis Marina für eine Nacht unter (46 Pfund). Dann haben wir drei Nächte geankert (je 15 Pfund) und sind zum Schluss noch für zwei Nächte im Gästehafen untergekommen (je 50 Pfund). Aber lassen wir den schnöden Mammon; gleich nach unserer Ankunft habe ich meinen alten Freund Rick angerufen und 20min später saß er wie früher auf einen Kaffee bei uns an Bord und wir später dann bei ihm. Er lebt immer noch auf einem Segelboot im Hafen. Das Wiedersehen war sehr, sehr schön. Am Sonntag gab es dann nach alter Tradition Sunday Lunch bei uns an Bord mit Hähnchen, Yorkshire Puddings usw. und auch ein paar Gläser Cider aus unserer großen Flasche. Einen ausgiebigen Spaziergang haben wir ebenfalls unternommen und dabei sah ich zum ersten Mal den sehr schönen Botanischen Garten. Einige Reparaturen standen ebenfalls an: Die Maschine hat jetzt eine neue Wasserpumpe und ein neues Thermostat. Der Außenborder läuft wieder – elementar wenn man ankert und Wind und Tide sehr stark sind.

    Morgen früh geht es dann nach Ilet de Ouesannt, nahe Brest in der Bretagne. Von dort soll es dann über die Biskaya nach Spanien gehen. 

    Bis dann liebe Grüße von uns beiden an alle Leser und Leserinnen.

    PS

    Diesmal gibt es keine Positionsangaben. Obwohl wir nun einige Tage in Falmouth verbracht haben verging die Zeit wie immer viel zu schnell und dieser Blogeintrag kommt mal wieder auf den letzten Drücker, bevor wir morgen früh um fünf nach Frankreich aufbrechen.

  • Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

    Nach dem ersten missratenen Versuch, von Brunsbüttel nach Cuxhaven zu kommen, klappte es schließlich zwei Tage später bei allerdings immer noch Nordwind gegen die auslaufende Tide und 1m Hackwelle – tja, die Elbe ist halt eine Mausefalle: Rein kommt man immer, raus ist schwierig.

    Hier in Cuxhaven besuchten uns am Nachmittag noch Claudia und Jonathan (https://radiopelicano.de) – alte Bekannte von den Kapverden her – und blieben bis zum nächsten Tag. Es war ein längerer, sehr schöner Abend, welcher nicht um 21 Uhr mit Sailors Midnight (den Begriff haben wir von Claudia und Jonathan gelernt)endete.

    Am nächsten Tag war dann großer Waschtag angesetzt mit anschließender Trocknung an Bord.

    Der nächste größere Schlag ging an das Ostende von Wangerooge (auf Wunsch meines Vaters ab jetzt die Position in Längen- und Breitengrad zum besseren Finden bei google maps etc. 53°46,483´N 007°58,247´E), der östlichsten Insel von Ostfriesland wo wir die Nacht vor Anker verbrachten. Die Seehunde, welche sich dort normalerweise die Sonne am Strand auf den Bauch scheinen lassen, waren an diesem Abend leider nicht da; vielleicht waren ihnen die ca. zehn ankernden Yachten zu viel Unruhe.

    Auf dem Weg dahin sahen wir noch eine Flaschenpost schwimmen, welche wir aber, trotz großer Motivation und einiger gewagter Segelmanöver, nicht aus dem Wasser gefischt bekamen.

    Am nächsten Tag ging es außen herum nach Westen bis Norderney (53°42,131´N 007°09,874´E), einen Ort, welchen man nicht empfehlen kann, es sei denn man steht auf eine Mischung aus Ballermann und Sylt. Leider wurden wir dort eingeweht und die Alternativroute durchs Wattenmeer hinter den Inseln, welche sich normalerweise anbietet, fiel wegen einerseits Nipptide (weniger Wasserhöhe bei Hochwasser als bei Springtide) und dem ewigen Nordwind – stark und im übrigen eiskalt – flach. Dieser Nordwind drückt das Wasser so stark Richtung Festland, dass das Wasser hinter den Inseln niedriger steht als es sollte, sodass selbst wir mit unseren 1,10 m Tiefgang bei Kiel oben keine Chance hatten über die Grüne Wiese zu kommen. Tide ist überhaupt ein beherrschendes Thema beim Segeln in der Nordsee; wann ist das Wasser hoch genug um in den Hafen rein oder aus dem Hafen rauszukommen. Hinzu kommen die Seegatten, also die Durchfahrten zwischen den Inseln, durch welche mann meist nur bei Hochwasser kommt. Kommt dann Tidenstrom gegen Wind dazu wird es sehr holprig und ab 4–5 Beaufort auflandigem Wind geht gar nichts mehr, dann besteht die Gefahr von Grundseen. Läuft die Tide mit, also Strom von hinten, läufst du locker 6–7 kn, steht sie gegenan bleiben im Extremfall 2 kn übrig, was speziell am Ende des Segeltages, wenn man eigentlich „nur“ noch in den Hafen will, ganz schön frustrierend sein kann.

    Als der arktische Nordwind, wir sprechen von mittlerweile mehr als vier Wochen mit max. 12°C, etwas nachließ, sind wir – wieder außen rum –  an Schiermonekoog (erste größere Insel in Westfriesland (NL)), nach Lauwersoog (53°24,588´N 006°12,389´E) gesegelt. Lauwersoog liegt an der Festlandsküste ca. 10nm hinter den Inseln „geschützt“ durch ein tolles Seegatt. Hier wurden wir wieder eingeweht: Ein Versuch rauszukommen, wurde bei Erreichen des Seegatts aufgegeben – Fazit: 10nm raus und 10nm wieder rein. Sonst gibt es über Lauwersoog nichts besonderes zu sagen, außer dass das Lauwersmeer auf der Binnenseite des ganz Holland begrenzenden Damms das wahrscheinlich einzig naturbelassene Stück der Niederlande ist mit Schilfgürtel und über das Wasser hängenden Bäumen.

    Von Lauwersoog aus ging es über Nacht nach Den Helder (52°57,744´N 004°46,901´E). Die ganze Fahrt über ein einziges Geschaukel, was Anne dazu veranlasst hat die Fische füttern zu wollen – leider war das Seitendeck im Weg 😦 

    Hier traf uns dann in der 8nm langen Hafeneinfahrt neben dem Gegenwind auch noch der Strom auf die Mütze. Alles gegenan. Unter Maschine (genug Gas, um 6knt zu machen, blieben am Ende 1,7knt übrig. Dafür entschädigte dann der „Königlich Niederländische Marine Yachtclub“ mit dem freundlichsten Hafenmeister der bisherigen Tour, moderaten Preisen und all inclusive, sogar gratis Waschmaschine und Trockner, welche dann auch gern benutzt wurden. Während ich an Bord blieb und mich unter anderem um die Beschaffung von Diesel und das Nachfüllen des Wassertanks kümmerte, ging Anne in die Stadt um Proviant zu besorgen und kam dabei auch am Museumshafen vorbei – schade, hätte ich auch gern gesehen.

    Auf dem nächsten Schlag nach Scheveningen (52°05,767´N 004°) hatten wir dann 4–5Bft von hinten und machten richtig gut Fahrt nur unter Großsegel gut über 6knt, selbst bei Gegenstrom waren es noch über 4knt. Unterwegs kam dann die niederländische Küstenwache ran, um Boots- und Crewdaten, den letzten Hafen und unser nächstes Ziel zu erfragen, „thank you – enjoy your journey“ – der Finne, den sie danach am Wickel hatten, musste sich noch über einen Regelverstoß belehren lassen.

    Mittlerweile hatte sich eine kurze ca. 1,5m hohe unangenehme Welle aufgebaut. Abends gegen 21h sind wir dann in den völlig überfüllten Hafen von Scheveningen – ein äußerst unsympathisches Volk in weißen Polohemden mit Rolex am Arm. Halt höhere Chargen aus dem nahen Regierungssitz Den Haag. 

    Drei Tage später soll hier die Volvo Ocean Race Station machen – die Laufen übrigens bis 30knt unter Segeln, aber das ist halt die Formel 1 des Segelns, während wir mit  ´nem alten Bully unterwegs sind.

    Aus Scheveningen sind wir dann am nächsten Tag geflüchtet, um in den nächst südlicheren zu wechseln und die drei Tage mit wieder mal unangenehmer Hackwelle abzuwarten. Zunächst mussten wir die Hafeneinfahrt von Rotterdam, dem größten Hafen Europas queren. Hier treffen sich drei Verkehrstrennungsgebiete – quasi Wasserautobahnen der Berufsschifffahrt – um dann als eine Route in den Hafen zu gehen. An schlechten Tagen ist das eine Perlenschnur von Frachtern und Tankern durch welche man quer durch muss. Man muss sich auch über UKW-Funk beim Leitzentrum anmelden, allerdings haben die uns, wie schon die letzten beiden Male, nicht geantwortet. Zum Schluss kam uns in der Küstenverkehrszone (hier dürfen nur Sportboote und Fischer fahren) ein Tanker mit 20 knt entgegen.  Das ist als würde man zu Fuß die Stadtautobahn im Berufsverkehr überqueren und in der dahinter liegenden Fußgängerzone kommt einem dann ein LKW mit 50 km/h entgegen. 

    Jetzt liegen wir in Stellendamm (51°49,238´N 004°03,073´E) hinter dem Damm quasi in Süßwasser – auch hier wurden wir beim Warten vor der Schleuse von der Polizei kontrolliert. Diesmal haben sie sich die Pässe zeigen lassen und fragten uns, ob uns verdächtige Personen gebeten haben sie mit nach England zu nehmen. Hä? Was kümmert das die Polizei in der EU?

    Da es, wie bereits erwähnt, in Holland kaum naturbelassene Ufer gibt, passt sich die Natur dem Menschen an. Hier im Hafen nisten die Haubentaucher auf Inseln aus Treibholz, welche sich an der Steganlage verfangen haben. Ein Blesshuhn nistet auf der Badeplattform eines anscheinend selten bewegten Motorbootes. Aus dem Wasser gefischter Plastikmüll dient ebenso zum Nestbau. Traurig das mitanzusehen, aber eine seltene Gelegenheit, die Tiere aus solcher Nähe zu beobachten, scheinen sie doch jegliche Scheu abgelegt zu haben.

    In Stellendam hat uns auch endlich der Sommer erreicht – seit zwei Tagen keine Wollpullover mehr und das Sonnendach überm Cockpit haben wir heute auch schon angebracht!

    Als nächstes Ziel steht dann am Sonnabend Oostende auf dem Plan. Darüber sagte Opa Willy damals, als ich von da anrief: Oostende, oh Gott! Sieh bloß zu, dass du da wegkommst! Als ich da war, haben sie mich ein Jahr da behalten. (als Kriegsgefangener). Nun, der Wetterbericht sieht ab Sa sehr gut aus und es besteht kaum Gefahr, dass wir dort hängenbleiben. 

    Bis zum nächsten Blogeintrag. Seid alle ganz lieb gegrüßt von Anne und Götz.

35 Antworten zu „Alte Stahlyacht auf neuer Fahrt mit Götz und Anne”.

  1. Wir wünschen euch allzeit handbreit wasser unterm Kiel, viel erlebnisse, alles Gute. Geniesst euer Lebensprojekt mit allem was dazu gehört, bleibt beide schön gesund. Es grüßen und verabschieden euch ganz lieb Bine und Ulf aus wilhelmshorst. Ps: wir halten euren Eltern die „Stange “ und sind als Freunde für sie/euch da. AHOI Matrosen

    Like

  2. Und wie wir an Euch denken! Also ich jedenfalls 🙂 Ich wünsche Euch, dass das Wetter ab sofort nur noch gnädig zu Euch ist! Von hier gibt es nichts aufregendes zu berichten. Dafür kommen bestimmt bald von Euch spannende Geschichten. Also trotz Mühen wünsche ich Euch viel Spaß und gute Stimmung. LG von Michi

    Like

  3. das Like Like war ich nicht!

    Like

  4. Ich wünsche euch eine gute Fahrt, schöne Erlebnisse, Gesundheit und Entspannung.
    Liebe Grüße von Andrea

    Like

  5. Na klar, denken wir an euch! Ihr macht es richtig. Dass es leicht wird, hat niemand behauptet, aber die Eindrücke und Erlebnisse sind sicher bereichernd, unbezahlbar und stärkend. Respekt für euer Vorhaben und die besten Wünsche für eure Reise! Und danke, dass wir teilhaben dürfen! Da krieg ich wieder Fernweh … 🙂
    Liebe Grüße! Doris

    Like

  6. Schön von euch etwas zu lesen. Da war euer Start ja schon gleich ein Erlebnis. Mögen die nächsten Brücken alle offen sein und das Segel ganz bleiben.

    Like

  7. Interessantes Update, tolle Bilder, coole Karten! Ja, ich hab eine Frage: Wechselt ihr euch am Steuerrad auch ab?

    Like

    1. Hey Doris, ja klar wechseln wir uns ab. Auf den Tagesfahrten je nach Laune und Motivation, wenn wir dann mehrere Tage unterwegs sind in Schichten. Auf dem offenen Meer kommt dann allerdings unsere Windfahnensteuerung (sowas wie ein Autopilot) zum Einsatz. Dann muss man nicht mehr am Steuer stehen, sondern nur noch gucken, dass nix im Weg ist und was der Wind so macht.
      Liebe Grüße von der Crew

      Like

  8. Klabautermann

    Mit dem Schiffskapitän flink trinkt und speist: 
    Beim Steuermann sitzt er und wacht die Nacht, 
    Und oben in der Mars, wenn das Wetter kracht.
     
    Ist’s Wetter klar und die Fahrt gelingt,
    So nimmt er die Geige und tanzt und springt, 
    Und alles muß auf dem Deck sich schwingen, 
    Unzählige, selige Lieder singen.
    Nicht Sturm, nicht Wurm, nichts ficht ihn an: 
    Wir haben den wahren Klabautermann!
     
    Hei, entert er auf!  Sei die See auch groß, 
    Klabautermann läßt kein Ende los;
    Er läuft auf den Rahen, wenn alles zerreißt,
    Er tut, was der Kapitän ihn geheißt.
    Und wißt ihr, wie man ihn rufen kann? 
    „Courage“  heißt der Klabautermann

    Paul Gerhard Heims 1888

    Like

  9. nur zur unterhaltung. das likelike ist nicht von mir

    Like

  10. Na das hört sich ja schon jetzt alles sehr abenteuerlich an! Anne, Du siehst voll glücklich aus! 🙂 Habt weiter eine gute Zeit mit wenig Nerv und vielen Eindrücken.

    Like

    1. Liebe Michi, ja uns geht’s beiden ziemlich gut 🙂
      Ich denke oft an euch und hoffe es geht allen gut!

      Like

      1. Avatar von Michaela Klugow
        Michaela Klugow

        mit_G=C3=B6tz_und_Anne_kommentie?= =?UTF-8?Q?rt?= Date: Tue, 20 Jun 2023 15:29:31 +0200 Message-ID: 038401d9a37b$3ed06550$bc712ff0$@mediaservice.de MIME-Version: 1.0 Content-Type: multipart/alternative; boundary=“—-=_NextPart_000_0385_01D9A38C.02603A30″ X-Mailer: Microsoft Outlook 15.0 Thread-Index: AQGqcDCtABz85ZMFrX9p7rcsWrIb0K/yE8iw Content-Language: de X-Provags-ID: V03:K1:SGMNc9CbIdvBA+oRAygLTR0xt8X/8Zillh6dmxjRDB1hJfDzcVK ZSeu+r+z+26wAdqTjcgcT8RSMrgS+XjT1BcCPG7ZgxMYn/eUhIzY7RRlwHzF2/+LQ9mFDck xrBK3gKi40u3LPXy+4w1JoqF1Q19Q47lwV4+qwDbeyjUwXbik7pmY82fgvYDKgx14eum6cX AmP1PX7saDmh1P1hz+QmA== X-Spam-Flag: NO UI-OutboundReport: notjunk:1;M01:P0:2S3eD8a0lvE=;MLNpE95HD5fXMxz0uxa6mYd6Hzj R3JWKp2VUs64aG2ZQCfhNU7XzU3FS5jFakQAez9F/cuvGOZ/I/ciCN7tknvCA0djfz8o9DmSC ns9jWPdcDkFeYGMxoBGSGpkZBCgrpb6cZTCjU1QOe3mrvpS7J/Ffc6JJgkUN5QZN6d/+Uua0j u8yxaokBEg04QyX4vgyEvTNmJ+sNNoY/vV4gKcWR299cVKtMDbom0zPye4Oqdpf7MgGV41APr 5i8+pQNFZR5qBxHSaI6tqIeuG5pd/zPVEpNF1HaKZPWHwlirDZ5HMjKjRZm8+ffRlXFNV+O9k K02Ig/dBw/Kd1dp/x7sy1dgHzwqhBnN/y8HYOqB+FHRGxiOwKZRW38OsGWziLpQMHemCrFaf6 iD9mXfr2EB5Dk+gtlnBwKEAhJYjhpriddL/RgY83EV1mLPTkzSmQa9di+lplUdVgdFyjaViSx l1zyq9aNUyg9BXHDrNIexrvK4ss5qv7bnMFcadQgPAJKjpMK5pe7x+7S+3YcImHBSObUv1TkF VGP1MYuUg/POyU/VvaLxEMAq1A9E47X3TmPdoZbw4GILvi9z0s/CZBrkxI/1EPyR9LQmPLuGS aODCzQfXLfAG9IEshIan5iBzOddHWxOvFkgSiTSGPK/lU9aomKOY5P8mF9LnxcCcNJf0UYGHs e4F/s+Fa8VM7FkTg0vjHsYKMqhnvSAWXGZuJFTY5rw==

        This is a multipart message in MIME format.

        Like

  11. Also das Antworten auf E-Mail funktioniert ganz offensichtlich nicht. Hier die Übersetzung des Kauderwelschs 🙂
    Ups, noch gar nicht geantwortet und schon habt Ihr wieder aufregende Tage hinter Euch. Hier geht’s allen gut! Wir schwitzen inzwischen ordentlich bei 30 Grad. Gut, dass Ihr nun auch Sommer abbekommt. Mit dem Segelwind fühlt sich das bestimmt besser an als die stickige Wärme Berlins. Schöne Bilder macht Ihr. Nur die Vogelbrutplätze sind schlimm anzusehen! Dann weiter gute Reise, passt auf Euch auf und nehmt keinesfalls verdächtige Personen mit!! 

    LG Michi

    Like

  12. Hallo Anne und Götz, ist wohl viel los bei euch und keine Zeit zum bloggen.
    Gebt trotzdem mal ein ganz kurzes Lebenszeichen und wo ihr gerade seid?
    Liebe Grüße, Ellen

    Like

    1. Liebe Ellen, wir sind gestern Nacht in Fowey, Südwestengland angekommen. Morgen gehts weiter nach Falmouth. Das wird unsere letzte Station in England sein. Von dort geht es dann über die Biskaya nach Spanien. England war, was die Segelbedingungen angeht, ziemlich frustrierend und wir sind nur langsam vorangekommen. Aber in Falmouth bleiben wir etwas länger und dann gibts auch einen oder zwei neue Blogeinträge 😁. Liebe Grüße von Götz und Anne

      Like

      1. Vielen Dank, das ist schön zu wissen. Dann gute Fahrt und bis zum nächsten Blog. Liebe Grüße, Ellen

        Like

  13. Schöne Reiseeindrücke. Seid vorsichtig auf der Biskaya! Gruß, LI

    Like

  14. Vielen Dank für den schönen neuen Blog, tolle Fotos und wieder so eine schöne Karte, Anne. So langsam wird man neidisch, wie soll das erst im Winter werden 😉
    Habt ihr jetzt eigentlich irgendwo eine Spendenbüchse aufgestellt?
    Liebe Grüße Ellen

    Like

  15. Hallo, ich bin der Zimmernachbar vom Peter. Wir verstehen uns gut und er war so nett mir euren Block zu zeigen. Coole Sache die ihr da macht und auch sehr informativ. Da Werd ich öfter mal draufschauen. Wünsche euch allzeit gute Fahrt und immer eine Hand breit Wasser unterm Kiel 👍
    LG Sendet Manfred der schon mit 64 ein neues Knie braucht. Euer Papa ist echt gut drauf ….

    Like

  16. 2. Versuch, hatte mich bei der Mailadresse vertippt 🙄

    Hallo, ich bin der Zimmernachbar vom Peter. Wir verstehen uns gut und er war so nett mir euren Block zu zeigen. Coole Sache die ihr da macht und auch sehr informativ. Da Werd ich öfter mal draufschauen. Wünsche euch allzeit gute Fahrt und immer eine Hand breit Wasser unterm Kiel 👍
    LG Sendet Manfred der schon mit 64 ein neues Knie braucht. Euer Papa ist echt gut drauf ….

    Like

  17. Hallo Ihr zwei, da seid Ihr ja gut vorangekommen inzwischen. Echt spannend zu lesen, was Ihr so erlebt. Um die Delphine beneide ich Euch! An uns hier in der Heimat zieht der Sommer, der keiner ist, vorbei. Ständig Regen und nicht besonders warm. Die Hitzeschutzpläne des panischen Herrn Lauterb… können in der Schublade bleiben… Aber zum Arbeiten reicht es 🙂 Schön, Anne, dass Du nicht mehr seekrank wirst. Ich wünsche Euch, dass Ihr pünktlich in Madeira ankommt. Ganz liebe Grüße aus Berlin, von Ingo und Michi

    Like

  18. Diese wunderschönen Bilder…, sie nehmen mich mit an Orte, die ich wohl so nicht sehen werde. Die besondere Erfahrung, sich diesen Regionen von der Seeseite zu nähern, ist doch sehr besonders. Ich freue mich für euch, dass es euch gut geht und ihr so viel Tolles erlebt und seht.
    Anne: ich habe übrigens heute „unseren“ Rock an und denke sehr oft an dich.
    Habt vielen Dank dafür den wunderbaren Blog

    Like

    1. Liebe Sabine, das freut uns sehr! Unser Rock liegt auch hier im Schrank 😁. Ganz liebe Grüße

      Like

  19. Liebe Anne,

    alles Liebe zum Geburtstag aus der Arbeits-Heimat!! Wir hoffen, Ihr habt was zum Anstoßen an Bord 🙂 Ansonsten wieder tolle Bilder und schöne Reisebeschreibung! Habt einen guten Tag heute und überhaupt! Ganz liebe Grüße von Ingo und Michi

    Like

    1. Danke euch beiden 😁. Ja, wir haben inzwischen einen ausreichend großen Weinvorrat an Bord! Ganz liebe Grüße aus ( immer noch) Madeira

      Like

  20. Liebe Anne und Götz,

    schön, wieder etwas von Euch gehört, gesehen, gelesen zu haben und zu wissen, dass Ihr eine schöne Zeit mit der Familie hattet und auch sonst alles i.O. ist bei Euch. Wir wurschteln hier unverdrossen vor uns hin und träumen von der großen weiten Welt 🙂
    Ganz liebe Grüße aus der Arbeitsheimat von Ingo und Michi

    Like

  21. Hallo Ihr Zwei Verrückten,
    danke für die Schilderung der tollen (bis nicht so tollen ;.)) Eindrücke und Erlebnisse. Die Kanaren sind toll. Ich kenne sie natürlich nur als Landratte. Stehen denn die Kapverden noch auf Eurem Plan? Da war ich vor sehr langer Zeit auf Boa Vista. Da steckte der Tourismus dort noch in den Kinderschuhen und es war traumhaft. Wir waren tagelang auf der Insel unterwegs und hatten permanent das Gefühl, die einzigen Menschen zu sein. Aber inzwischen ist das natürlich nicht mehr so. Hier in Berlin ist alles unverändert. Alle freuen sich auf die Feiertage. Übermorgen ist Weihnachtsfeier. Wird bestimmt ruhig, weil einige kränkelnd in den Betten rumhängen.
    Na dann kommt weiter ohne größere Pannen voran und genießt die Freiheit!
    Ganz liebe Grüße von Michi (und olle Inge)

    Like

    1. Liebe Michi und olle Inge 😀, ein frohes neues Jahr euch beiden. Ja, wir werden Mitte Februar von Gambia zu den Kap Verden fahren. Ich bin gespannt, was sich seit deiner Zeit dort verändert hat!
      Liebe Grüße

      Like

  22. und habt natürlich auch schöne Feiertage!!!

    Like

    1. Liebe Anne, lieber Götz,
      danke, wir wünschen Euch das Selbe. …mal gucken, ob es froh wird 😉 Tja, die Feiertage sind rum und wir sitzen wieder hier, als wäre nix gewesen. Nun lassen wir uns überraschen, was dieses Jahr so alles passiert oder nicht passiert. Wetter ist oll, Laune nicht viel besser… Aber jammern hilft nicht. Wir werden uns schon wieder ans ackern gewöhnen. Von den Kap Verden müsst Ihr janz viele Bilder einstellen!! Bis dahin bleibt gesund und munter, kommt gut voran und überhaupt.

      Liebe Grüße aus der Heimat
      Inge und Michi

      Like

  23. Liebe Anne, lieber Götz,

    Wir freuen uns riesig, dass es für ein neues Boot und sogar noch einen Motor und n Netz reicht! Und auch freuen wir uns, dass Ousmane sogar noch eine kleine Urlaubsreise durch/ mit Euch hatte. Was für eine andere Welt. Wir jammern hier in der Heimat echt auf hohem Niveau. Aber ist schon trotzdem alles Wahnsinn. Wir hoffen, Ihr seid gesund und munter unterwegs und wir hören bald wieder was von Euch. LG von Inge und Michi

    Like

  24. Hallo, ich kenne euch nicht persönlich. Wir waren heute morgen bei eurem Papa Peter, der heute Geburtstag hat. Er hat uns diesen blog empfohlen. Hab jetzt hier reingeguckt und bin voll fasziniert von eurem Mut und eurer Abenteuerlust. Wünsche euch alles, alles Gute. Beneide euch um eure Abenteuer. LG Jürgen aus WH.

    Like

    1. Hallo Jürgen, vielen Dank und liebe Grüße aus Rio, Götz und Anne

      Like

  25. Hallo ihr beiden,
    wir haben seit langer Zeit mal wieder in den Blog geschaut. Tolle Erlebnisse, schöne Bilder. Wir gehen in Gedanken immer mit auf eure Reise. Und es ist ganz klar – das ist ein unvergessliches Abenteuer!!!
    Lasst es euch gut gehen, wo auch immer der Kompass euch hinführt.

    Liebe Grüße von den „Satzmäusen“
    Heike und Juliane

    Like

Hinterlasse eine Antwort zu anneundgoetz Antwort abbrechen